Montag, 30. märz 2009
Herr Staatsanwalt
Meine Freundin Iris

Stellen Sie sich vor: Ein geistes kranker Gewalttäter sitzt Ihnen im Nacken. Dieser Mensch hat ihnen vor einigen Tagen auf ihrem Anrufbeantworter die wirre Botschaft hinterlassen, dass er ihnen verziehen hat, aber Dämonen ihm befohlen hätten sie umzulegen. Sie kennen den Gewalttäter. Denn er bedroht sie, schlägt sie, beklaut sie, er bricht bei ihnen ein. Und das macht er schon seit 2 Jahren. Nun, es ist die Nacht vor Halloween. Und sie beschliessen an diesem Abend noch einen Besuch bei der Polizei zu machen. Besser ist Besser. Und nach dem sie einem Beamten von dem Anruf erzählt haben, verlassen sie das Gebäude. Sie sitzen im Auto vor der Wache. Und müssen miterleben, dass 3 Polizeiwagen mit je 2 Beamten, mit Blaulicht los rasen. Und als sie das Gebäude wieder betreten, kommt ihnen ein Beamter entgegen und der sagt ihnen dann, dass seine Kollegen zu ihnen fahren. Denn ihr Peiniger, Herr K. ist dort. Er hat die Balkontür eingetreten. Die Zimmertüren ausgehängt und damit auf die Möbel, auf alles was dort rumstand, eingeschlagen.
Danach versteckte er sich im Keller des  Hauses. Während sie oben durch zentimeterdickes Glas geführt werden.
Irgendwann kommt der Amokläufer aus dem Keller gekrochen. Ergibt sich der Polizei. Sie bleiben alleine zurück in den Trümmern. Was würden sie tun?

Zu Mutti fahren? Und wenn es keine Mutti gibt? Wer wird sie aufnehmen mit ihrem Hund,  wenn sie kein Geld für einen Hotelaufenthalt haben? Und das mitten in der Nacht?
Das örtliche Frauenhaus? Irrtum, das nimmt keine Hunde... Und im Frauenhaus zu leben, ist eine der härtesten Prüfungen, die einem Menschen passieren kann. Abgesehen davon, ist ein Frauenhaus auch ein gefährlicher Ort . Das sollte nach dem Mord im Frauenhaus Lübeck 2008,  jedem klar sein. Denn wo wird ein Amokläufer wohl sein Opfer vermuten?

Nun, sie erkennen in so einer Situation, dass sie noch einmal davon gekommen sind. Und gelähmt und schockiert, von dem, was sie ertragen mussten. Es ist ihnen gleichgültig, dass eine ihnen fast völlig unbekannte kleine, fette Frau sie mit zu sich nimmt. In ein Chaos aus Schmutz, Unordnung und Habgier. Sie ertragen übel riechende
Bettwäsche und einen roten Dildo auf dem Nachttisch. Oder sie ertragen es nicht. Denn, was würde es ändern? Es würde nix ändern. Und darum beschliessen sie, sich treiben zu lassen. Sich nicht zu wehren. Aber vorsichtig zu sein.

Irgendwann werden sie feststellen, dass ihnen alle Vorsicht nix nutzt. Und das die vermeintlich hilfsbereite kleine, dicke Frau nicht Hilfsbereit ist, sondern Habgierig. Ausserdem erkennen sie, dass jeder weitere Tag bei dieser Person teurer wird als das "Hilton". Und es wird dringend Zeit dort abzuhauen. Nach 3 Tagen und nur durch die Hilfe meiner Freundin Christiane ist es mir gelungen, dort weg zu kommen. Es war eine Rettung in letzter Sekunde.

Was mir diese Furie, diese kleine, fette Frau dann für Ärger an den Hals brachte. Wie sich mich beraubte, mich diverse Male anzeigte u.s.w., dass werde ich an dieser Stelle nicht ausführlich kommentieren. Aber ich möchte darauf hinzuweisen, dass diese  an einer ansteckenden Geschlechtskrankheit leidende Person,  eine Empfehlung des "Weissen Rings" war. Ein Verein, vor dem ich heute Angst habe. Und vor dem ich aufgrund der von mir gemachten Erfahrungen ( welche ich auch nicht weiter an dieser Stelle erwähnen möchte ), nur warnen kann!

Aber die Geschichte des Schiedsmann möchte ich ihnen erzählen. Eine Geschichte so absurd und lächerlich, wie es der Wahnsinn im Alltag nun einmal ist.

Nun stellen sich sich vor, sie hätten die Trümmer der Wohnung beseitigt. Leben in diesen Räumen mit vernagelten Fenstern und ohne Türen. Vorübergehend. Denn sie haben noch keine neue Bleibe. Ihr Vermieter ist der Vater des Täters. Und der Täter der Hausmeister der Anlage. Niemand kommt, um die Schäden zu reparieren. Im Gegenteil. Es wird erwartet, dass sie gehen. Sofort. Aber wohin?
Es ist Samstag. Sie haben in diese Trümmerhütte Gäste zum Frühstück eingeladen. Da bekommen sie einen Anruf. So wie ich damals:

Es ist ein Kunde der kleinen, fetten Frau. Denn diese arbeitet als Gelegenheitsprostituierte. Der Kunde stellt klar, er rufe mich in seiner Funktion eines Schiedsmanns des Amtsgerichts in STD an. Weil seine Auftrageberin mich anzeigen könnte, würde er mir ein Angebot machen. Durch die Bekanntschaft mit mir, hätte die kleine, fette Frau soviel telefonieren müssen, dass ihr dadurch Telefonkosten von mehr als € 500,-- entstanden wären. Ausserdem
wurden mir erneut Kosten für Logis im stinkenden Heim der Gelegenheitsprostitierten in Rechnung gestellt.
Mit € 1000,-- könnte ich einer Anzeige entgehen. Das Geld würde der Schidsmann persönlich annehmen.
Als meine Freundinnen zum Kaffe gekommen waren, habe ich den Schiedsmann zurück gerufen. Seinen Anruf und seine Forderungen bestätigte er. Unwissend, dass er das vor Zeugen tat.

Natürlich machte ich eine Anzeige. Diese wurde eingestellt. Wir legten Wiederspruch ein. Aber, auch das wurde eingestellt. Der Schiedsmann, welcher schon mal unter Umgehung der gesetzlich vorgeschriebenen Formalien "schietzt", ist immer noch im Dienst.

































































































































































































von Flandrine - veröffentlicht in: Leben - Community: was ich gar nicht liebe
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